• Vom Altkleidercontainer zur Kreislaufjeans – Textilrecycling neu gedacht
    Jan 27 2026

    Das Textilrecycling steckt in Deutschland aktuell in der Krise. Zwar gilt seit Januar 2025 die Pflicht zur Getrenntsammlung von Textilien, doch die Realität sieht ernüchternd aus. Laut einer Studie des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) wird nur ein Bruchteil der gesammelten Kleidung tatsächlich stofflich verwertet. Der Großteil landet weiterhin in minderwertigen Verwertungswegen oder wird ins Ausland exportiert. Gründe dafür sind die fehlende Recycling-Infrastruktur, mangelnde Standards für die Sammelqualität und die Flut minderwertiger Fast-Fashion-Produkte, die sich kaum recyceln lassen. Damit bleibt Deutschland weit hinter den Zielen einer echten Kreislaufwirtschaft zurück.

    Die Circular Economy bietet einen Ausweg aus dieser Wegwerfspirale. Ihr Prinzip ist es, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten – durch langlebiges Design, Reparatur, Second-Hand-Nutzung und transparente Lieferketten. Ein Unternehmen, das dieses Prinzip konsequent lebt, ist MUD Jeans aus den Niederlanden. Die Marke produziert Jeans aus recycelter Baumwolle und nimmt alte Hosen zurück, um daraus neue Produkte zu fertigen. Das Ziel besteht darin, eine Jeans aus 100 Prozent recycelter Baumwolle herzustellen – ein Meilenstein für die gesamte Branche. Jede eingesandte Jeans verhindert Abfall, spart Ressourcen und trägt dazu bei, dass Mode nicht länger Wegwerfware ist.

    Deutschland steht beim Textilrecycling jedoch vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen Unternehmen wie MUD Jeans, dass die Circular Economy keine ferne Vision ist, sondern bereits heute Realität sein kann. Doch auch wir können einen Beitrag leisten: durch bewussten Konsum, den Kauf langlebiger Kleidung, die Nutzung von Second-Hand-Angeboten und die Unterstützung von Marken, die Rücknahmeprogramme anbieten

    Viel Saß beim Zuhören!


    Weitere Links zum Thema:

    • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: FAQ "Getrennte Sammlung von Textilabfällen" (2025)
    • NABU: Textilien hochwertig recyceln (2024)
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    21 minutos
  • Ahrtal – welche Fragen sind noch offen?
    Jan 20 2026

    Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat nicht nur sichtbare Schäden hinterlassen, sondern wirft auch viele Fragen im Umgang mit Katastrophenhilfe und Transparenz bei der Berichterstattung auf. Fragebögen zum Umgang mit Betroffenen blieben weitgehend unbeantwortet, Transparenz fehlte und die Berichterstattung war oft zu direkt und persönlich.

    Im Zuge dieser Betrachtung gehen wir auch auf die Untersuchung Spontanhilfe im Einsatz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein. Diese zeigt, wie vielfältig und spontan Hilfeleistungen nach der Flut organisiert wurden. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen offiziellen Stellen und freiwilligen Helfer:innen zwar eine große Wirkung entfalten konnte, aber auch strukturelle Probleme sichtbar wurden, beispielsweise fehlende Koordination, mangelnde Dokumentation und offene Fragen zur langfristigen Einbindung von Spontanhelfern.

    In unserem Podcast greifen wir diese Punkte auf und stellen die Frage: Welche Fragen sind bei euch bis heute unbeantwortet geblieben? Wo besteht weiterhin Klärungsbedarf? Schickt uns diese offenen Punkte gerne zu, wir sind gespannt!

    Viel Spaß beim Zuhören!

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    26 minutos
  • Helfen mit Herz und Verstand
    Jan 14 2026

    Wie sieht echte Hilfe zur Selbsthilfe aus und warum wird sie oft noch als Almosen missverstanden? In dieser Episode sprechen wir über die Fluthilfe im Ahrtal und die Arbeit der Caritas Rhein-Mosel-Ahr. Wir beleuchten, warum psychosoziale Angebote ebenso wichtig sind wie materielle Unterstützung, was sich hinter dem Begriff „Klimakatastrophen-Trauer” verbirgt und mit welchen besonderen Herausforderungen ältere Menschen, Familien und Alleinerziehende konfrontiert sind.

    Anhand konkreter Beispiele – von Kleiderspenden bis zu Waschcontainern – zeigen wir, wie aus spontaner Nothilfe langfristige soziale Angebote entstehen können. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Forderung nach einer neuen Anerkennung der Katastrophen-Sozialarbeit und auf die Frage, wie die ökologische Gerechtigkeitslücke geschlossen werden kann.

    Eine Episode über Missverständnisse, Mut und die Kraft, aus Krisen nachhaltige Hilfsstrukturen zu entwickeln.

    Viel Spaß beim Zuhören!


    Weiterführende Links:

    • Magdalena Mai: Soziale Arbeit als ökologisch-soziale Katastrophenhilfe (2023)
    • Pablo Servinge, Raphaël Stevens: Wie alles zusammenbrechen kann, Mandelbaum Verlag kritik & utopie (2022), ISBN: 978385476-920-0
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    29 minutos
  • Das Ahrtal im Boom?
    Jan 6 2026

    Wie steht es heute, gut viereinhalb Jahre nach der Flut, wirklich um das Ahrtal? Wir werfen einen Blick auf eine Region, die sich neu erfindet und dabei Entwicklungen zeigt, die viele überraschen dürften.

    Dazu betrachten wir beeindruckende wirtschaftliche Zahlen: Die Zahl der Betriebe steigt seit Jahren kontinuierlich, die Arbeitslosenquote liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und die Ausbildungszahlen erreichen einen Höchststand seit zehn Jahren. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Fachkräften. Allein im Landkreis Ahrweiler sind über 900 Stellen unbesetzt , weshalb ein neues Fachkräftezentrum Unternehmen aktiv unterstützt.

    Auch der Tourismus meldet sich kraftvoll zurück: 85 % der Betriebe sind wiederaufgebaut, die Übernachtungszahlen steigen deutlich und mit 6.200 verfügbaren Betten nähert sich das Tal wieder dem Vorkrisenniveau. Besonders gefragt sind Baustellentouren, die Besucherinnen und Besuchern einen authentischen Blick auf den Wiederaufbau ermöglichen.

    Doch das Ahrtal zieht nicht nur Urlauber an. Internationale Expertinnen und Experten reisen vermehrt in die Region – nicht zuletzt wegen der Nähe zu Bonn, einem globalen Zentrum für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bei Fachveranstaltungen, Konferenzen und Workshops stehen Themen wie Energie, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Beteiligungsprozesse im Fokus.

    Mit dem geplanten International Resilience Research Center@ Ahr-Valley soll zudem ein Ort entstehen, an dem Forschung, Lehre und ein Besucherzentrum zusammenkommen – ein Zukunftsprojekt, das die Region langfristig stärken könnte.

    Dennoch bleiben Traditionen wie Weinwanderungen, Nachtwächterführungen oder Weihnachtsmärkte feste Bestandteile des Ahrtals. Hier verbinden sich Wissen, Tourismus und regionale Identität auf besondere Weise.

    Viel Spaß beim Zuhören!

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    20 minutos
  • FREI DAY: Lernen, die Welt zu verändern!
    Dec 16 2025

    Wenn unsere Kinder die Zukunft sind, warum lernen sie dann nicht in der Schule, wie sie diese gestalten können? Wie sieht Schule aus, wenn Kinder nicht nur für Prüfungen, sondern für die Zukunft lernen? Wir sprechen über den FREI DAY, ein innovatives Lernformat der Initiative „Schule im Aufbruch“, das Bildung neu denkt. Anstelle von Frontalunterricht gibt es Raum für selbstbestimmtes Lernen, Zukunftsfragen und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

    Der FREI DAY bedeutet, dass Schüler:innen mindestens vier Stunden pro Woche eigene Projekte zu Zukunftsthemen entwickeln – ohne Notendruck, dafür mit Feedback und Reflexion. Das Ziel? Kompetenzen wie Teamarbeit, Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit zu fördern.

    Wir werfen einen Blick auf das Buch FREI DAY – Die Welt verändern lernen! Für eine Schule im Aufbruch (ISBN: 978-3-96238-294-0) von Margret Rasfeld, Bildungsinnovatorin und Gründerin von „Schule im Aufbruch”. Sie fordert ein Update für unser Schulsystem: mehr Freiräume für Projekte, die Schüler:innen selbst wählen und gestalten können.

    Praxisbeispiele aus Schulen zeigen, wie das funktioniert: Beispiele sind Nachhaltigkeitskalender, Bücherwagen, Spendenaktionen oder eigene Podcasts. Das Ergebnis? Eine neue Lernkultur, die Kinder mit der Gesellschaft vernetzt und sie befähigt, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

    Stell dir vor, du könntest den FREI DAY mitgestalten – was würdest du verändern, um die Welt ein Stück besser zu machen?

    Viel Spaß beim Zuhören!

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  • Atlas der Zerstörung: Macht, Ressourcen und die Frage nach Verantwortung
    Dec 9 2025

    Was hat die griechische Mythologie mit unserer heutigen Energiepolitik zu tun? Mehr, als man denkt. In dieser Folge werfen wir einen Blick in die Welt der Titanen und Götter: Wer war Atlas und warum trägt er die Welt auf seinen Schultern? Wir klären die Herkunft des Begriffs „Atlas” und schlagen die Brücke zu einem aktuellen Bericht der Deutschen Umwelthilfe: dem „„Atlas der Zerstörung“.

    Warum dieser Titel? Weil es um Macht geht – damals wie heute. Die Konflikte der griechischen Mythologie spiegeln sich in den heutigen Kämpfen um Öl, Gas und andere Ressourcen wider. Wir diskutieren, welche globalen Kräfte über Rohstoffvorkommen bestimmen, welche Rolle Deutschland im europäischen Gasnetz spielt und wie sich die Energieversorgung der Zukunft absichern lässt. Dabei werfen wir auch einen kritischen Blick auf Methan, LNG und die ökologischen Folgen von Förderung und Transport.

    Grafiken, Fakten und Umweltklagen der letzten Jahre zeigen: Der „Atlas der Zerstörung“ ist mehr als ein Bericht – er ist ein Spiegel unserer Abhängigkeiten und ein Weckruf für eine nachhaltige Energiepolitik.

    Viel Spaß beim Zuhören!

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  • Power Shift: Wer kontrolliert die Zukunft?
    Dec 2 2025

    In dieser Episode sprechen wir über Machtverschiebungen, die nicht nur die Politik betreffen, sondern auch den Zugang zu Ressourcen. Ein aktuelles Beispiel für Power Shift ist der Rücktritt des ukrainischen Präsidialamtschefs Andrij Jermak, der wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten ist. Solche Ereignisse zeigen, wie fragil Machtstrukturen sein können. Doch was bedeutet „Power Shift“ eigentlich genau?

    Der Begriff beschreibt die Verschiebung von Machtverhältnissen in der internationalen Politik und Wirtschaft, die durch den Zugang zu und die Kontrolle über strategische Ressourcen wie Öl, Gas oder seltene Erden ausgelöst wird. Staaten oder Akteure, die über diese Rohstoffe verfügen oder neue Technologien dominieren, gewinnen geopolitischen Einfluss. Diese Machtverschiebung wird durch Faktoren wie Ressourcenknappheit, die Energiewende oder Handels- und Investitionspolitik zusätzlich verstärkt.

    Ein Blick in den Amazonas verdeutlicht die Tragweite: Der Bergbau im Amazonas bedroht dort nicht nur einzigartige Ökosysteme, sondern auch die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften. Die Organisation PowerShift e. V., die sich dieses Beispiel im Detail angeschaut hat, setzt sich dafür ein, dass Klimaschutz und Rohstoffpolitik zusammen gedacht werden, denn die Energiewende darf nicht auf Kosten von Menschenrechten und Natur gehen.

    Power Shift bedeutet also die Verlagerung geopolitischer Macht durch Ressourcenverfügbarkeit und Energiepolitik. Wer kontrolliert die Rohstoffe der Zukunft und wer kontrolliert damit vielleicht auch die Spielregeln der globalen Politik?

    Viel Spaß beim Zuhören!

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  • Omnibus 1: Was ändert sich bei CSRD und CSDDD?
    Nov 25 2025

    Im November 2025 hat das EU-Parlament im Rahmen des Omnibus 1-Verfahrens zentrale Nachhaltigkeitsrichtlinien überarbeitet und dabei die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) sowie die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) deutlich abgeschwächt. Die Änderungen betreffen vor allem den Anwendungsbereich, die Schwellenwerte für Unternehmen und die Komplexität der Berichterstattung.

    Was genau hat sich geändert?

    • Im Rahmen der CSRD wurden die Berichtspflichten für viele Unternehmen zeitlich nach hinten verschoben. Die Standards wurden vereinfacht, indem die Anzahl der geforderten Datenpunkte reduziert wurde. Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt die Berichterstattung freiwillig mit der Option eines vereinfachten Standards.
    • Für die CSDDD gelten die Sorgfaltspflichten künftig nur für sehr große Unternehmen mit hohen Schwellenwerten bei Umsatz und Mitarbeitenden. Der Fokus liegt auf direkten Geschäftspartnern, während indirekte Partner nur bei bekannten Risiken berücksichtigt werden müssen.

    Das Ziel dieser Änderungen ist der Bürokratieabbau und die Entlastung der Unternehmen, ohne die Nachhaltigkeitsziele der EU grundsätzlich infrage zu stellen. Die Debatte ist jedoch kontrovers: Während Mittelstandsverbände die Änderungen begrüßen, warnen Umweltorganisationen vor einer „Entkernung“ wichtiger Instrumente.

    Wie geht es nun weiter? Eine aktuelle Studie Mehr als Reporting: Wie Nachhaltigkeitsberichterstattung Wert für Unternehmen schafft der Bertelsmann Stiftung zeigt: Der eigentliche Mehrwert der Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt nicht im Bericht selbst, sondern in den organisationalen Veränderungen, die dadurch angestoßen werden, sowie in der gezielten Nutzung der Daten innerhalb und außerhalb des Unternehmens.

    In unserem Podcast sprechen wir darüber, was diese Änderungen konkret bedeuten, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen und warum es sich lohnt, am Thema Nachhaltigkeit dranzubleiben – trotz aller Anpassungen.

    Viel Spaß beim Zuhören!


    Weiterführende Links:

    • Europäisches Parlament: Parlament unterstützt Vereinfachung der Berichts- und Sorgfaltspflichten für Unternehmen (13. November 2025)
    • Bertelsmann Stiftung: Mehr als Reporting: Wie Nachhaltigkeitsberichterstattung Wert für Unternehmen schafft (20. November 2025)
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